SRT-Latenz und Puffer richtig einstellen
Warum mehr Puffer verlorene Pakete retten kann, wie RTT hineinspielt und welche Werte für stabile und mobile Netze sinnvoll sind.
| Eigenschaft | SRT | SRTLA | RTMP / RTMPS |
|---|---|---|---|
| Typischer Einsatz | Robuster Einzel-Link | Mobiles IRL mit Bonding | OBS, Studio, breite Kompatibilität |
| Mehrere Internetverbindungen | Nein | Ja | Nein |
| Paketverlust abfangen | Ja, per Retransmission | Ja, plus Link-Aggregation | Nicht wie SRT ausgelegt |
| Latenz einstellbar | Ja | Ja, über den SRT-Transport | Nicht als SRT-Recovery-Fenster |
| Kompatibilität | Gut, aber nicht überall | Vor allem IRL-Apps/Tools | Sehr breit |
SRT ist ein UDP-basiertes Transportprotokoll für zuverlässige Live-Übertragung. Sein Latenzfenster gibt verlorenen Paketen Zeit, erneut übertragen zu werden. Das hilft besonders bei Jitter und moderatem Paketverlust, kostet aber bewusst zusätzliche Verzögerung.
Nimm SRT, wenn du einen einzelnen Internetpfad nutzt, aber mehr Robustheit als bei einer simplen RTMP-Verbindung möchtest. Wie groß das Recovery-Fenster sein sollte, erklären wir im Guide zu SRT-Latenz und Puffer.
SRTLA setzt vor SRT eine Link-Aggregation. Mehrere Netzpfade – zum Beispiel 5G, LTE und WLAN – können gleichzeitig genutzt werden. Die Implementierung verteilt den Verkehr dynamisch anhand der verfügbaren Links und bietet damit Kapazitätsaggregation und Redundanz.
Nimm SRTLA, wenn du unterwegs streamst und mindestens zwei unabhängige Verbindungen zur Verfügung hast. Genau dort ist ein einzelner Mobilfunk-Link oft der größte Schwachpunkt eines IRL-Streams.
RTMP ist weiterhin sehr verbreitet und wird von OBS, vMix, Hardware-Encodern und vielen Streaming-Plattformen unterstützt. RTMPS transportiert denselben RTMP-Datenstrom über TLS und schützt damit die Verbindung zum Ingest vor Mitlesen und Manipulation.
Nimm RTMP/RTMPS, wenn dein Encoder kein SRT kann, du eine stabile Festnetzverbindung hast oder maximale Kompatibilität wichtiger ist als Bonding und SRT-Recovery.