Kurzantwort: Für mobiles IRL reicht ein Handy-Kit: iPhone oder Android, die App Moblin (iOS) beziehungsweise IRL Pro (Android), eine Powerbank und mindestens zwei unabhängige Internetpfade für SRTLA-Bonding – typischerweise Mobilfunk plus WLAN. Stream im Panel mit Ingest SRT / SRTLA anlegen, in der App per One-Tap oder manuell URL und Stream-Key eintragen, SRT-Latenz etwa 1.000–2.000 ms und praktische Obergrenze rund 2.500 ms.
Was das Kit können muss
Handy mit stabiler Dauer-Encoding-Leistung; HEVC hilft, bei gleicher Bitrate Qualität zu sparen.
App mit SRT/SRTLA-Unterstützung: Moblin auf iPhone oder IRL Pro auf Android.
Mindestens zwei unabhängige Netze, damit Bonding überhaupt greift.
Strom für mehrere Stunden Stream – Encoding und Display ziehen den Akku schnell leer.
Montage, Ton und Hitzeschutz, damit unterwegs nichts verrutscht oder drosselt.
Einkaufsliste
Handy: iPhone (Moblin) oder Android (IRL Pro); prüfe, ob SRT/SRTLA und HEVC unterstützt werden.
Zweite SIM oder eSIM – oder ein WLAN-Hotspot – ideal aus einem anderen Netz als die Hauptkarte.
Powerbank mit USB-C-PD und hoher Kapazität; Ladeadapter und kurzes Kabel mitnehmen.
Halterung: Gimbal, Magnet- oder Stativhalterung, plus eine Sicherungsschnur.
Ton: Funk-Lavaliermikrofon, wenn du kommentierst – das Handymikrofon nimmt viel Wind auf.
Wetter- und Hitzeschutz: direkte Sonne vermeiden, da viele Handys beim Dauer-Encoding drosseln.
Optional: kleiner USB-C-Hub, wenn du eine Kamera oder ein Audio-Interface anschließen willst.
Netze für Bonding richtig wählen
SRTLA bündelt mehrere Pfade zwischen App und Relay. Am Handy sind das typischerweise Mobilfunk und WLAN. Beide müssen unabhängig nutzbar sein, sonst bringt die Bündelung keine echte Redundanz.
Zwei SIMs aus unterschiedlichen Netzen bringen mehr Redundanz als zwei Tarife desselben Anbieters.
Ein WLAN, das über denselben Upstream wie dein Mobilfunk läuft, ist keine echte zweite Leitung.
Ein Hotspot von einem zweiten Handy funktioniert als zusätzliche Schnittstelle, verbraucht dort aber ebenfalls Datenvolumen.
Im Panel „Open in Moblin“ beziehungsweise „Open in IRL Pro“ verwenden – oder SRTLA-URL und Stream-Key manuell kopieren.
In der App Bonding aktivieren und die gewünschten Schnittstellen hinzufügen, zum Beispiel Mobilfunk und WLAN.
SRT-Latenz auf 1.000–2.000 ms setzen und bei Bedarf vorsichtig erhöhen.
Bitrate passend zur gemeinsamen Uplink-Kapazität wählen; HEVC bevorzugen.
Stream starten und im Panel Bitrate, Paketverlust und RTT beobachten.
Latenz-Startwerte
Situation
Sinnvoller Startwert
Sehr stabiles Netz (WLAN oder Festnetz)
Niedrig starten und gegen echten RTT und Paketverlust testen
Gutes 5G/LTE
Einige Hundert Millisekunden, auf Spitzen achten
Mobiles IRL mit wechselnder Abdeckung
1.000–2.000 ms
Schwierige Strecke
Schrittweise erhöhen, möglichst unter rund 2.500 ms bleiben
Praktische Grenze, keine Protokollgrenze: Rund 2.500 ms ist eine IRL.com.de-Empfehlung, damit der Stream möglichst „live“ bleibt. Höhere Werte sind technisch möglich, wenn Stabilität wichtiger ist als eine geringe Verzögerung.
Typische Fehler
Nur eine Schnittstelle aktiv – SRTLA verhält sich dann wie eine einzelne Verbindung.
Falsches Protokoll im Panel (RTMP statt SRT) – URL und Protokoll müssen zusammenpassen.
Abgeschnittener Key oder Leerzeichen beim manuellen Einfügen.
Handy in der prallen Sonne – thermisches Drosseln lässt die effektive Bitrate einbrechen.
WLAN und Mobilfunk teilen denselben Upstream – dann gibt es keine echte Redundanz.
Ausweichoption RTMP/RTMPS: Kann die App nur RTMP, lege im Panel einen RTMP-Stream an – für unterwegs ist SRTLA meist die bessere Wahl.